Junge Welt

April 15th, 2008

Die Junge Welt wurde am 12. Februar 1947 in der Sowjetischen Besatzungszone gegründet. Sie erschien zunächst wöchentlich, ab März 1950 sechsmal in der Woche. Seit dem 12. November 1947 führte sie den Untertitel “Zenralorgan der Freien Deutschen Jugend”. Seit dem 1. März 1952 erschien sie als Tageszeitung und Organ des Zentralrates der FDJ. Die Auflage überschritt 1977 die Millionengrenze und lag Anfang 1990 bei 1,6 Mio. Exemplaren, damit war sie zuletzt die auflagenstärkste Tageszeitung der DDR.

Nach der Wiedervereinigung der deutschen Staaten wurde die junge Welt privatisiert und wechselte mehrmals den Besitzer. Jens König, der spätere Redakteur der taz, wurde zum ersten Chefredakteur nach der Wende. Die Auflage brach ein, 1994 erfolgte mit der konzeptionellen Hilfe von konkret-Herausgeber Hermann Gremlitza ein Neustart. Nach einer nur achtmonatigen Zeit als Chefredakteur wurde Günter Kolodziej, heute stellvertretender Senatssprecher in Berlin, im November 1994 von Oliver Tolmein beerbt. Anfang April 1995 wurde dennoch die Produktion der Tageszeitung junge Welt durch den Eigentümer eingestellt. Ein Teil der Redaktion führte die Zeitung daraufhin in Eigenregie weiter fort, Chefredakteur Tolmein schloss sich dem nicht an und wurde durch den früheren Kulturchef Klaus Behnken ersetzt.

Das Selbstbild der jungen Welt ist das einer unabhängigen marxistischen Tageszeitung, sie versteht sich als Teil einer linken Gegenöffentlichkeit.

Seit 1995 befindet sich die Junge Welt im Besitz der von ihren Lesern getragenen Linke Presse Verlags- Förderungs- und Beteiligungsgenossenschaft junge Welt e. G. und kann so auf größere Einnahmen durch Anzeigen und auf finanzielle Unterstützung durch Parteien verzichten, was sie gegenüber anderen Zeitungen unabhängiger macht. Sie erscheint im “Verlag 8. Mai”, der ebenfalls von Akteuren der Tageszeitung gegründet wurde. Seit dem Frühjahr 1998 ist die Beteiligungsgenossenschaft Mehrheitseignerin am Verlag 8. Mai GmbH. Im Januar 2007 gehörten der LPG junge Welt eG 610 Personen an.

Der Umfang der Zeitung beträgt an Werktagen 16 Seiten, am Wochenende erscheint zusätzlich die achtseitige Beilage “Faulheit und Arbeit”. Des Weiteren erscheinen in der jungen Welt regelmäßig Beilagen u. a. zu den Themen Literatur, Krieg/Frieden, Feminismus, Fußball, Wirtschaft. Sie ist regelmäßig auf den Buchmessen in Frankfurt am Main, Leipzig und Havanna vertreten. Im September 2004 wurde vom Tabloid- auf das Berliner Format umgestellt.

Die Weltwunder

April 1st, 2008

Die Sieben Weltwunder – das ist allen ein Begriff. Doch wer kennt die sieben Weltwunder. Bei den meisten ist bei den Pyramiden schon Schluss.

Die Sieben Weltwunder waren bereits in der Antike eine Auflistung besonderer Bauwerke oder Standbilder. Die älteste Überlieferung einer Liste von Weltwundern geht auf den Geschichtsschreiber Herodot zurück (etwa 450 v. Chr.).
Die erste vollständige Liste der bekannten „Sieben Weltwunder“ findet sich in einem Epigramm des phönizischen Schriftstellers Antipatros von Sidon (2. Jahrhundert v. Chr.), der einen Reiseführer des großgriechischen Raumes im Altertum schrieb.

Diese Liste wurde im Lauf der Jahre oft geändert und den Reisegewohnheiten der jeweiligen Gesellschaften angepasst. Schon in klassischer Zeit gab es Alternativen, wie das Kapitol in Rom, der „Hörneraltar der Artemis auf Delos“, der „Hadrianustempel des Zeus in Kyzikos“ (südliches Marmarameer) und viele mehr. So wurden im 13. Jahrhundert die gesamte Stadt Rom, die Hagia Sophia in Konstantinopel und sogar die Arche Noah aufgenommen. Aus dieser anfänglich kurzen Reiseliste entstand zeitweise ein ganzer Reisekatalog, der alle bedeutenden Bauwerke, wie Tempel oder Skulpturen enthielt. Doch diese zerfielen mit der Zeit und im Gedächtnis blieb vor allem der Mythos der ursprünglichen Weltwunder. Antike Darstellungen der Weltwunder gibt es recht wenige, jedoch wurden

Zu den offiziellen damaligen Weltwundern gehörten: die hängenden Gärten der Semiramis zu Babylon, der Koloss von Rhodos, das Grab des König Mausolos II zu Halikarnassos, der Leuchtturm auf der Insel Pharos vor Alexandria, die Pyramiden von Gizeh in Ägypten, der Tempel der Artemis in Ephesos und die Zeusstatue des Phidias von Olympia.

Heute existieren von diesen Weltwundern nur noch die Pyramiden von Gizeh. Die anderen wurden durch Erdbeben und Kriege zerstört oder zerfielen im Laufe der Zeit. Die ursprünglich aufgelisteten Stadtmauern von Babylon wurden z. B. durch Gregor von Tours im 6. Jahrhundert aus der Liste entfernt, da sie zerstört waren, und durch den „Leuchtturm von Alexandria“ ersetzt.

Welt am Sonntag

April 1st, 2008

Von den überregionalen Zeitungen, die jeden Sonntag die neuesten Informationen an den Leser bringen, ist die „Welt am Sonntag“ wohl einer der bekanntesten und beliebtesten Sonntagslektüren. Für die meisten gehört die „Welt am Sonntag“ genau so zum Frühstück wie die Brötchen. Es gibt kaum eine Familie, die Sonntags nicht beisammen sitz, und die verschiedenen Ressorts der Sonntagszeitung machen am Tisch die Runde und werden nach Durchlesen weitergereicht und getauscht.

Die “Welt am Sonntag” ist die Sonntagsausgabe der “Welt”, die vom Axel-Springer Verlag herausgegeben wird. Die erste Ausgabe erschien am 01. August 1949 und hat mittlerweile eine Auflage von über 400.000 Exemplaren. Die Sonntagszeitung erreicht 1,34 Millionen Leser. Der derzeitige Chefredakteur ist Christoph Keese. Unter wams.de können sich die Leser auch im Internet über die Inhalte der “Welt am Sonntag” informieren. Die Ressorts sind Politik, Sport, Wirtschaft, Kultur, Stil, Reise Motor und Immobilien.

Selbstredend existieren noch andere Sonntagszeitungen des Axel Springer Verlages wie die Bild am Sonntag. Aber die eher im Boulevardstil berichtenden Blätter haben eine ganz andere Zielgruppe. Während der typische Leser der „Welt am Sonntag“ im Millieu des doch breit gefächerten Mittelstandes zu finden ist – das reicht vom Lehrer und mittleren Angestellten bis zum Unternehmer – erreicht die Bild am Sonntag traditionell die Schichten der Facharbeiter oder Fernfahrer.

Dementsprechend ist die Aufmachung der „Welt am Sonntag“, die im Layout wie die Ausgaben der „Welt“ aussieht, auf die entsprechenden Zielgruppen ausgerichtet und die Ressorts so breit gefächert, dass die Sonntagszeitung ein weites Sprektrum an Lesern anspricht. Die „Welt am Sonntag“ hat wie die „Welt“ ihren Hauptsitz in Berlin.

In 80 Tagen um die Welt

April 1st, 2008

“Le tour du monde en quatre-vingt jours” von Jules Verne aus dem Jahre 1873 ist eines der beliebtesten Abenteuerromane und Klassiker überhaupt und wurde bereits über vier Mal verfilmt. In 80 Tagen um die Welt handelt von einer Wette, nach der man – zur damaligen Zeit ein schnelles Tempo – in 80 Tagen um die Welt reisen könne.

Der britische Gentleman Phileas Fogg bricht mit seinem Diener Passepartout aufgrund einer Wette in seinem Herrenclub zu einer Reise um die Welt in 80 Tagen auf und erlebt turbulente Abenteuer. Fogg gerät unter Verdacht, ein Bankräuber zu sein, und so kommt es, dass der Detektiv Wilbur Fix die Verfolgung aufnimmt.

Zum Schein freundet er sich mit Herr und Diener an. Von Bombay, dem heutigen Mumbai, soll es mit dem Zug nach Kalkutta (heute: Colcata) gehen, doch muss die Reise aufgrund unfertiger Schienenstränge mit einem Elefanten fortgesetzt werden. Der englische General Sir Francis Cromartry begleitet sie. Im Dschungel retten sie gemeinsam eine junge Witwe namens Aouda, die lebend mit ihrem toten Gatten von einer religiösen Sekte verbrannt werden sollte. Passepartout, der seinen Namen aufgrund seiner Verkleidungskünste und Akrobatiktricks nicht zu Unrecht trägt, spielt dabei die Rolle des wiedererweckten Toten.

So geht die Reise turbulent weiter, bis nach etlichen Rückschlägen und rasanten Abenteuern die Gruppe wieder in London eintrifft und denkt, sie hätte sich knapp verspätet. Durch einen Zufall werden die Abenteurer sich der Tatsache bewusst, dass sie durch die Reise einen tag gewonnen haben und so die Geschichte ein Happy End nimmt.

Interessanterweise beruht der Roman “In 80 Tagen um die Welt” auf der Weltreise des Amerikaners George Francis Train, der 1870 jene Reise unternahm und noch drei weitere Weltreisen unternahm, 1892 sogar in 60 Tagen. Dadurch, dass im Jahr 1869 der Suezkanal fertig gestellt worden war, war es tatsächlich erst zu diesem Zeitpunkt möglich, in 80 Tagen um die Welt zu reisen.

Dritte Welt

April 1st, 2008

Mit dem sich ausbreitenden Ost-Westkonflikt nach Ende des Zweite Weltkrieges bezeichneten sich 1955 die afroasiatischen Länder der Bandung-Konferenz als dritter Block bzw. Dritte Welt, um zu verdeutlichen, dass sie gewillt waren – neben dem Westblock und Ostblock einen „dritten Weg“ der Blockfreiheit zu beschreiten. Die Staaten Lateinamerikas, die seit 1947 im Rahmen des Rio-Paktes an den Westen gebunden waren, schlossen sich der Gruppe der blockfreien Staaten nicht an.

Der Begriff Dritte Welt wurde geprägt vom französischen Demographen Alfred Sauvy, der in seinem Artikel “Trois mondes, une planète” im L’Observateur vom 14. August 1952 den Ausdruck analog zum “Dritten Stand” entwarf. Als Frantz Fanon in seiner 1961 veröffentlichen Schrift „Die Verdammten dieser Erde“ die Dritte Welt mit der kolonialisierten, unterentwickelten Welt gleichsetzte und den Begriff in den internationalen Sprachgebrauch einführte, war er zumindest im französischen Sprachraum bereits gebräuchlich. Ursprünglich bezeichnete Dritte Welt ja die blockfreien Staaten meinte. Heute jedoch wird der Begriff häufig immer noch als Synonym für Entwicklungsland benutzt.

Das enge blockpolitische Verständnis der Dritten Welt weichte bereits Anfang der 1960er Jahre auf, weil der Begriff Blockfreiheit von verschiedenen Ländern nahezu beliebig interpretiert wurde. Außerdem kam die Zugehörigkeit oder Nichtzugehörigkeit zu den Militärblöcken hinzu. Seit der ersten UNCTAD-Konferenz im Jahre 1964 schließt der Begriff Dritte Welt die Länder der Gruppe der 77 ein, zu denen sich dann auch die Länder der Dekolonialisierung zählten. Die Gruppe der 77 tritt als eine Art Gewerkschaft der Dritten Welt auf, stellte aber von Anfang an eine in verschiedene Bereiche gespaltene Gruppe dar, angefangen von der Größe und den wirtschaftlichen Ressourcen der Länder über die verschiedenen politischen Regime bis hin zu den Entwicklungsstilen.


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