Junge Welt

Die Junge Welt wurde am 12. Februar 1947 in der Sowjetischen Besatzungszone gegründet. Sie erschien zunächst wöchentlich, ab März 1950 sechsmal in der Woche. Seit dem 12. November 1947 führte sie den Untertitel “Zenralorgan der Freien Deutschen Jugend”. Seit dem 1. März 1952 erschien sie als Tageszeitung und Organ des Zentralrates der FDJ. Die Auflage überschritt 1977 die Millionengrenze und lag Anfang 1990 bei 1,6 Mio. Exemplaren, damit war sie zuletzt die auflagenstärkste Tageszeitung der DDR.

Nach der Wiedervereinigung der deutschen Staaten wurde die junge Welt privatisiert und wechselte mehrmals den Besitzer. Jens König, der spätere Redakteur der taz, wurde zum ersten Chefredakteur nach der Wende. Die Auflage brach ein, 1994 erfolgte mit der konzeptionellen Hilfe von konkret-Herausgeber Hermann Gremlitza ein Neustart. Nach einer nur achtmonatigen Zeit als Chefredakteur wurde Günter Kolodziej, heute stellvertretender Senatssprecher in Berlin, im November 1994 von Oliver Tolmein beerbt. Anfang April 1995 wurde dennoch die Produktion der Tageszeitung junge Welt durch den Eigentümer eingestellt. Ein Teil der Redaktion führte die Zeitung daraufhin in Eigenregie weiter fort, Chefredakteur Tolmein schloss sich dem nicht an und wurde durch den früheren Kulturchef Klaus Behnken ersetzt.

Das Selbstbild der jungen Welt ist das einer unabhängigen marxistischen Tageszeitung, sie versteht sich als Teil einer linken Gegenöffentlichkeit.

Seit 1995 befindet sich die Junge Welt im Besitz der von ihren Lesern getragenen Linke Presse Verlags- Förderungs- und Beteiligungsgenossenschaft junge Welt e. G. und kann so auf größere Einnahmen durch Anzeigen und auf finanzielle Unterstützung durch Parteien verzichten, was sie gegenüber anderen Zeitungen unabhängiger macht. Sie erscheint im “Verlag 8. Mai”, der ebenfalls von Akteuren der Tageszeitung gegründet wurde. Seit dem Frühjahr 1998 ist die Beteiligungsgenossenschaft Mehrheitseignerin am Verlag 8. Mai GmbH. Im Januar 2007 gehörten der LPG junge Welt eG 610 Personen an.

Der Umfang der Zeitung beträgt an Werktagen 16 Seiten, am Wochenende erscheint zusätzlich die achtseitige Beilage “Faulheit und Arbeit”. Des Weiteren erscheinen in der jungen Welt regelmäßig Beilagen u. a. zu den Themen Literatur, Krieg/Frieden, Feminismus, Fußball, Wirtschaft. Sie ist regelmäßig auf den Buchmessen in Frankfurt am Main, Leipzig und Havanna vertreten. Im September 2004 wurde vom Tabloid- auf das Berliner Format umgestellt.

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